Sachliche Diskussionen rund um den FC Rot-Weiß Erfurt


 
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Wilfried Mohrens Einwürfe


 
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Scotty




Anmeldungsdatum: 08.07.2007
Beiträge: 3076
Wohnort: Erfurt

BeitragVerfasst am: 26.08.2010, 08:59    Titel: Wilfried Mohrens Einwürfe Antworten mit Zitat

22.08.2010 / "Einwurf" von Wilfried Mohren: Bitte langsam alle aufwachen! Es wird Zeit!

Manchmal, an Tagen wie gestern,sitze ich abends auf der alten Holzbank am See hinter meinem Haus und genieße die Stille. Es sind Augenblicke in denen ich vieles klarer sehe, was bisweilen als "Problem" den Tag bestimmt hat. Natürlich sinniere ich dabei auch über den FC Rot-Weiß, was naheliegenderweise zuletzt häufiger vorkam. Auch gestern Abend saß ich wieder dort und stellte mir die Fragen, die auch Sie bewegen und die im Letzten lautet: Warum stehen wir eigentlich da unten drin?


Ich gehe in diesen Momenten großer Bewusstheit, wie ich glaube, sehr kritisch mit meinen eigenen Vorstellungen und Anschauungen über die Dinge um, im Wissen darum, das die eigenen Wahrnehmungen auch fremden äußeren Einflüssen unterliegen und die "Gedankenwelt" alleine damit nur eine Grundlage der Betrachtung "aus zweiter Hand" darstellt. Denn bloße "Erinnerung" basiert auch auf (gelegentlich unmerklich) manipulierten Eindrücken. Also muß der Augenblick selbst, statt bloßer Erinnerung an Fakten und solcher die man dafür hält, die "gefühlte Erkenntnis" bringen.

Was aber kann man derzeit an unserer Mannschaft, die auch gestern in Teilen ihres Dienstes wieder einmal säumig war, wirklich erkennen? Was glaube ich zu erkennen?

Zunächst glaube ich ganz allgemein, das das Verletzungspech bewirkte, dass der Trainer bislang zumeist nur improvisieren konnte, was ihm die Arbeit zweifelsfrei erschwerte. Nicht nur, aber auch deshalb ist die Gruppe augenscheinlich in sich (noch) nicht gefestigt. Der Trainer aber jammert nicht. Es würde eine Art von Kläglichkeit durchscheinen lassen, die nicht seinem Wesen entspricht. Daher schweigt er und hofft das Verletzungspech wird seiner Späße mit uns müde.

Bedenklicher erscheint mir der Umstand, dass einige Spieler nicht mehr an einen Einsatz im Trikot des FC Rot-Weiß glauben (dürfen!?). Ihre Unzufriedenheit bleibt atmosphärisch nicht ohne Folgen, da den "Ausgemusterten" Alternativen fehlen. Für das erwählte Stammpersonal scheint menschlich zwar abseits des Platzes alles intakt, nicht aber auf dem Spielfeld. Das wird evident daran deutlich, wie die Mannschaft mit außerplanmäßigen, unliebsamen Überraschungen umgeht, wie den frühen Rückständen in Stuttgart und gestern in Haching. Es fällt den Jungs unendlich schwer den Hebel trotzdem umzulegen und mit Energie unbeeindruckt wieder neu zu beginnen.

In besonderer Weise fällt, detailreicher betrachtet, auf: Nachdem im Vorjahr der Angriff das größte Sorgenkind war, neigt nun auch die Abwehr zu Schwerblütigkeit. Das Prunkstück der Vorsaison bröckelt. Sorgenkind Nr.1: Martin Pohl ! Weil man gerade hinten von ihm ungleich mehr erwartet hat. Aber er ist inzwischen ein Fall für ein intensives 4-Augen-Gespräch geworden. Tragische Figur gegen Rostock, Siegtorschütze gegen Bremen, gestern wieder ein hanebüchenes Luftloch in Unterhaching, dem nach 145 Sekunden Spielzeit bereits das 0-1 folgte. Dazu gibt er neuestens Kommentare ab, die den Mannschaftsgeist nicht fördern. Selbstkritik dagegen fällt ihm schwerer. Was ist los mit ihm ? Wir alle wissen, er kann es. Aber derzeit blockiert ihn etwas. Aussprache dringend von Nöten. Jens Möckel lässt sich inzwischen anstecken ( siehe das 0-2 gestern) Und was ist eigentlich mit Thomas Ströhl los?

Im Mittelfeld gibt es keinen "Chef". Rudi Zedi entzieht sich dieser Aufgabe irgendwie. Dieser Umstand bliebe sicher unbeklagt, wenn es doch irgendwie auch "ohne" funktionieren würde, was leider nicht der Fall ist. Sicher, Rudi ist schon ein reiferes Semester, der auch nicht mehr jeden Weg gehen kann, aber er hat das Potential und das Format die Jungs zu dirigieren.....wenn sie bereit sind auch etwas von ihm anzunehmen. Rudi hat eine große Erfahrung. Also: Bitte Rudi, reklamiere deine präponderante Stellung, die dir schon durch die Kapitänsbinde vom Trainer angezeigt wurde. Mach den Mund auf und zeig die Richtung an. Und zwar genau in der Pose, wie wir dich auf der RWE-Homepage abgebildet sehen, wo du "mit Fingerzeig" imperativ aufforderst: "Wir brauchen dich, werde Mitglied bei RWE". Von Nils, Danso, Tino, Martin, Fabian...., oder wer sonst noch spielt, erwarte nicht nur ich von nun an Leidenschaft, Herz, Einsatz, Hingabe. Und auch endlich mehr spielerische Elemente, einen genialen Pass, ein sicheres Zuspiel in die Spitze, eine genaue Flanke...Die Spitzen brauchen diese Pässe ! Zeigt uns, das ihr es könnt. Zerstört den zweifelnden Gedanken dieses oder jenes Betrachters, der eine oder andere "Mitläufer" sei da unterwegs. Ich glaube ihr habt es drauf !Glaubt es bitte selbst auch !

Der Angriff müht sich, Fikri ( hoffentlich ist der Ramadan bald zu Ende) allerdings oft nur 65-70 Minuten, weil ihn dann zunächst die Kraft und schließlich die Courage verlässt. Marcel "ackert" zwar wie besessen, wirkt aber (noch) glücklos, auch wenn er gestern endlich getroffen hat. Beide reiben sich auf, werden nicht entsprechend bedient. Das nachrückende, Mittelfeld erdrückt die beiden und nimmt ihnen den Raum.

Als Team operiert die Mannschaft zu verhalten, sendet zu wenig "Siegeswillen" aus. Fußball aber ist vorzugsweise auch ein mentales Spiel. Der Gegner muss schon im Kabinentunnel spüren, das er heute "gerupft" wird. Und dieses Vorhaben, diese Botschaft, muss auch der eigene Anhang empfangen. Dabei bedarf es auch äußerer Zeichen, um dieses Band mit den Fans zu knüpfen. Heißt: die Mannschaft muß mehr mit dem Publikum kommunizieren/interagieren. Schon vor dem Aufwärmen, beim Betreten des Platzes, rüber zu den Fans. Bittet um die notwendige Unterstützung. Und die Fans bitte ich abermals: Gebt verbal von der 1. Minute an Gas, steht zu eurer Truppe, auch wenn sie nicht gleich in Tritt kommen sollte. Ich habe es schon öfter an dieser Stelle gesagt: Pfiffe und Schmährufe sind ein sicheres Mittel zur gänzlichen Verunsicherung und bauen nur den Gegner auf. Was umgekehrt möglich ist, haben in beispielloser Weise kürzlich die Hansa-Fans bewiesen. Ich gehe soweit zu sagen: Sie, die Fans, haben dieses Spiel für die Gäste seinerzeit gewonnen. Durch ihre durchgängige, stimmgewaltige, auch textlich originelle und imponierende Gesangeskunst.

Das Verhältnis zwischen unserer Mannschaft und den Fans macht mir dagegen zunehmend (wieder) Sorge.

Wenn sich auch an dieser Schnittstelle nicht fundamental bald etwas ändert, dann wird es wieder turbulent am Steigerwald. Des Zornes Maß auf Seiten der Anhänger beginnt sich nämlich langsam wieder zu füllen, wie ich diesen oder jenen "Briefen der Verzweiflung" entnehmen kann. Ich weiß nicht, was ich als Adressat dieser Post lösend oder knüpfend letztlich tun kann. Ich weiß aber, besser ich fühle, es ist hohe Zeit, sich ernsthaft aufeinander zu zu bewegen. Die meisten Fans wähnen sich ürigens frei und ledig jeder Schuld am sportlichen Geschehen, glauben ihren Unmut bei Misserfolg demnach unverhohlen ausdrücken zu dürfen. Das ist jenen auch zuzubilligen, die sich ( nach einem Spiel !!) sachlich einbringen, wenn sie Eintritt und sogar Reisekosten für die Darbietungen unseres Ensembles aufgewendet haben. Ihnen stehen dann ebenso sachliche wie wahrhaftige Antworten zu. Deshalb haben wir versucht u.a. auch den Dialog über die Foren in kürzeren Intervallen zu intensivieren. Kommende Woche wird der Präsident sich dort wieder den Fragen stellen. Ich bin mir klar darüber, oft ist auch dieser Weg nicht immer befriedigend, weil man Nachfragen hat. Aber es geht halt nicht anders.

Mit deutlicher Absicht vernachlässigen wollen wir hingegen Leute, denen es auf bessere sportliche Ergebnisse eigentlich gar nicht ankommt. Es gibt nämlich unter den Fans auch "geistige Brandstifter", die oft mit leerem oder übernommenem Geplapper, dem Drang nach Selbstdarstellung folgend, nur für Verwirrung sorgen wollen und sich erst dann wohl fühlen, wenn "die Hütte endlich brennt". Diese Leute sind im eigentlichen Sinne keine Fans.Sie zündeln, auch mit Gerüchten, bis sie es geschafft haben, dass andere Leute aufeinander los gehen. Vorzugsweise schon im Stadion. Ich bitte alle wirklichen Anhänger dieser Form von Widersetzlichkeit und Entartung entsprechend zu begegnen.

Zurück zur Mannschaft: Ihr muss nun klar werden, wohin sie will ( und/oder kann). Und sie muss wissen, dass es gegen Babelsberg nur um einen Sieg geht. Alles andere ist vor dem Herbst der schweren Spiele gegen die Top-Teams und "verehrten Nachbarn" indiskutabel. Jeder weiß, dass es schwer ist, sich aus einer unteren Tabellenregion zu befreien, wenn man erst einmal dort festhängt.

Ich denke im Sinne aller Freunde, Anhänger und Verantwortlichen dieses Clubs zu sprechen, wenn nicht nur ich jetzt erwarte, dass endlich ein Ruck durch die Mannschaft geht. Bei 4 Zählern aus 5 Spielen vermag ich auch (noch) nicht zwingend "den Untergang des Abendlandes" zu erkennen. Aber vom Spiel gegen Babelsberg hängt es ab, ob es ruhig bleibt, oder ungemütlich wird. Fünf Spieltage haben wir alle uns das jetzt mit Geduld und Nachsicht angesehen. Solange wollte ich in fairer Weise auch mit meinem ersten "Einwurf" in dieser Saison warten. Aber jetzt muß was passieren! Wach werden bitte ! Unser Trainer kann im Ergebnis zwar auch "nur mit den Mädels tanzen, die in der Disco sind". Aber von denen möchte ich jetzt sehen, dass sie "tanzen" können und dass sie keine "Mädels", sondern echte Kerle sind. Sonst wird der Club in der nächsten Woche doch noch Ausschau halten müssen nach einem echten "Eintänzer". Am besten einem mit "Charisma", der auch mal eine "Drecksau"sein kann ( wie Stefan Emmerling immer sagt). Gerne ein kleiner van Bommel.

Ihnen allen noch eine schöne Woche

Wilfried Mohren

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26.8.10 von der HP des FC RWE:

Die von Wilfried Mohren verfasste Kolumne "Einwurf" auf der Internetseite des FC Rot-Weiß bleibt auch künftig bestehen.

Darum hat das Präsidium den Pressesprecher gebeten.

Der jüngste "Einwurf" hat ein großes Echo hervorgerufen. In der Sache sind die Leser dabei in überwältigender Mehrheit inhaltlich der Ansicht des Verfassers gefolgt. Das ist auch für uns ein Zeichen. Die daneben aufgeworfene Frage, ob unser Pressesprecher sich eine solche "eigene" Meinung "leisten" darf, wird hiermit klar mit ja beantwortet. Herr Mohren besitzt unser Vertrauen und vor allem hat er die fachliche Befähigung, die Situation des Vereins von Zeit zu Zeit zu beleuchten. Auch an dieser Stelle. Seine Ansichten sollen in offener, sachlicher und fairer Art zur Meinungsbildung und zum selbstkritischen Umgang beitragen. Dies ist ein Stück gelebte Transparenz und Offenheit, die wir uns leisten dürfen. Natürlich werden aber auch künftig bestimmte Dinge nur intern zu behandeln sein.

Wilfried Mohren selbst hat betont, dass es ihm leid täte, wenn sich jemand diskreditiert gefühlt habe. Dies sei nicht seine Absicht gewesen. Er habe vielmehr alle vor dem schweren Spiel gegen Babelsberg "wachrütteln" wollen. Er will, wie wir alle, den sportlichen Erfolg und zufriedene Fans.

Rolf Rombach Detlef Goss
Präsident Vizepräsident
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Scotty




Anmeldungsdatum: 08.07.2007
Beiträge: 3076
Wohnort: Erfurt

BeitragVerfasst am: 20.09.2010, 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

19.09.2010 / Wilfried Mohren's Einwurf :Danke Jungs!

Liebe Anhänger des FC Rot-Weiß!

Die Ungunst der Verhältnisse hat mich zuletzt vielfach manch ein Kümmernis beklagen lassen. Und obwohl ich es mir nicht zur Auflage machen will, jeden Spieltag zu betrachten, so sehe ich mich doch heute abermals spontan zu einem "Einwurf" veranlasst.

Denn gestern war endlich so ein Tag, an dem uns die Mannschaft mit fortschreitender Spielzeit zu einem erkennbaren Anstieg unseres Serotoninspiegels verhalf. Das sorgt bekanntlich für Glücksgefühle, die spätestens um 15.49 Uhr in Jubel und kollektive Ausgelassenheit mündeten. Ja, es war ein Husarenstück der besonderen Art, das demnach auch entsprechende Würdigung erfahren soll. Ganz nebenbei war es auch ein hübsches Geburtstagsgeschenk für unseren Hans-Günter "Sakko" Schröder.

Dafür dank an Mannschaft und Trainer!

Alles wirkte zunächst umso wunderlicher, als eine Woche nach der Niederlage beim Tabellenletzten praktisch die gleiche Mannschaft den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter schlussendlich mit Bravour entthronte. Die Mannschaft war konzentriert, willensstark und von der ersten bis zur letzten Minute präsent, sieht man mal von einigen Minuten nach der Pause ab. Respekt und Anerkennung für diese charakterstarke Leistung, vorgetragen von einer diszipliniert und homogen wirkenden Mannschaft!

Was stach ins Auge?

Dirk Orlishausen hatte einen großen Tag. Das wurde besonders deutlich unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Zunächst lenkte er einen Ball von Laux an den Pfosten, Augenblicke später warf er sich einem Schuss von OFC-Torjäger Occean entgegen. Es waren die Momente, in denen das Spiel auch hätte kippen können. Aber "Orle" hielt uns auf Kurs. Nur in dieser einen Szene wurde der "kanadische Kickers-Kunstschütze" übrigens wirklich wahrgenommen. Martin Pohl und Jens Möckel meldeten ihn ansonsten komplett ab und hatten im Zentrum auch sonst alles im Griff. So wie gestern haben die beiden m.E. in dieser Saison noch nicht harmoniert. Superleistung ! Unsere beiden Außenverteidiger Malura und Hillebrand schirmten dazu geschickt aufkommende Gefahren von den Flügeln ab und vor allem Dennis Malura fand in der ersten Halbzeit noch Zeit zu einigen sehenswerten Flügelläufen.

Das Mittelfeld war gestern phasenweise ein Hochgenuss. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten, Übersicht, alles im Angebot. Und als Krönung dieser harmonischen Vorstellung inszenierte und vollendete die "Läuferreihe" die Entscheidung in der Nachspielzeit quasi im Alleingang. Zedi-Weidlich-Caillas 3-1. Besser, schulmäßiger und mit mehr Übersicht kann man so ein Ding nicht herausspielen!

Rudi Zedi und Nils Pfingsten-Reddig haben gestern zentral sehr überzeugend gespielt. Nils werden dabei die beiden Tore gegen seinen alten Verein zudem besonders gut getan haben. Die beiden haben dem Gegner immer erst den Ball und dadurch zunehmend den Schneid abgekauft und manch verblüffende Variante in der Vorwärtsbewegung offenbart. Rudi tauchte sogar selbst mehrfach gefährlich vor dem OFC-Kasten auf. Martin Hauswald, Olivier Caillas und später auch noch Danso Weidlich haben ihre Vorarbeit veredelt und daneben ganz schön Betrieb auf den Außenpositionen gemacht. Bei Martin Hauswald war ich besonders überrascht. Alles was er gestern auf dem Spielfeld machte, hatte Hand und Fuß. Etwas weniger glücklich war im Anschluss seine Einlassung zur Entstehung der Elfmeter. "Es ist eine meiner Stärken mich im Strafraum ein wenig geschickt anzustellen", vertraute er dem Fernsehreporter und Millionen Zuschauern an.

Sorgenkind des Trainers bleibt einstweilen der Angriff. Tino Semmer und Marcel Reichwein tun enorm viel im läuferischen Bereich. Vor allem Tino versteht es seine Gegenspieler (und sich selbst) oft schwindelig zu spielen. Was ihnen im Augenblick weiterhin fehlt ist die Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss. Es ist aber bewundernswert, wie ihnen Stefan Emmerling zuletzt immer wieder sein Vertrauen aussprach. In gleicher Weise bemerkenswert. war jedoch gestern des Trainers Zeichen an Julian Lüttmann. Der durfte noch ein paar Minuten ran und war auch in den Konter zum 3-1 eingebunden. Nach drei "Doppelpacks" in der 2. Mannschaft hatte er diesen Einsatz verdient, weil selbst "erzwungen". Lüttmann ist von Piet Schönberg mit ruhiger Hand wieder aufgebaut worden. Nun hat ihm Stefan Emmerling mit gleichem Auftrag Fikri El Haj Ali anempfohlen. Der half heute der "Zweiten" in einer verlustreichen "Schlacht" bei Sachsen Leipzig einen Punkt zu sichern. (es gab Platzverweise für Heidrich und Juraschek, dazu musste Kapitän Mees noch mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden.) Emmerling und Schönberg sind augenscheinlich ein Gespann, das zusammen passt. "Zwillinge" von Habitus und Erscheinen her und gleichsam kongeniale Partner ihrer fußballerischen Weltanschauung nach. Beide haben stets Form und Fertigkeit jedes einzelnen Spielers in beiden Mannschaften vor Augen. Wir können froh sein, dass die beiden sich so gut ergänzen.

Ob Reichwein oder Lüttmann dürfte mithin im Blick voraus für die Partie in Braunschweig eine spannende Frage werden. Ebenso ob Hauswald oder Weidlich am rechten Flügel spielen wird. Der Trainer hat inzwischen da und dort schon die Qual der Wahl. Stefan wird die richtige Entscheidung treffen.

Spärlich war gestern die Besucherzahl. 4100 ist schlicht enttäuschend und des Besuches eines Spitzenreiters unwürdig. Aber ich hoffe, es wird sich herumsprechen, wie gestern der Tabellenführer niedergerungen wurde. Wenn wir jetzt in Braunschweig vielleicht sogar einen Punkt machen und dann mit Mut und Zuversicht in das Derby gegen Jena gehen, dann bin ich guter Hoffnung, dass sich Fans und Mannschaft wieder gefunden haben. Es war wundervoll zu sehen, wie beide Seiten gestern nach dem Spiel wieder aufeinander zugingen.

Irgendwie hat sich da was gelöst. Vielleicht ja auch, weil wir den Wettskandal offenbar so langsam ad acta legen können Unbestätigten Meldungen zur Folge sind unsere Spieler ja seinerzeit fälschlicher Weise verdächtigt und der Verein als Ganzes dadurch in Misskredit gebracht worden. Aber warten wir offizielle Statements ab.

Eine Bitte zum Schluss. Wenn kommenden Samstag Jena kommt, dann bleiben sie bitte alle trotz ihres Enthusiasmus' besonnen und lassen sich nicht zu Aktionen hinreißen, für die der Verein dann Strafe zahlen müsste.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche

Ihr

Wilfried Mohren
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Papa




Anmeldungsdatum: 10.07.2007
Beiträge: 3740
Wohnort: Niedernissa

BeitragVerfasst am: 17.10.2010, 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wilfried Mohrens Einwurf "Feuchtes aber fröhliches Fest" vom 17.10.2010
Die Gloriosa des Erfurter Domes ist nicht erklungen, aber dafür hat beim feucht fröhlichen Fest des gestrigen Tages unser aller Freude vernehmbar die Fidel gestrichen. Wie wunderbar klangvoll und feierlich erfüllt war doch das Stadion vom großen Erlebnis. Wen störte da noch der Regen?
Mit dem 3-0 über Dynamo Dresden, nicht gerade als Laufkundschaft der Liga bekannt, hat sich, wie mir scheinen will, jedes bis dato angesammelte oder noch vorhandene Gefühl von "Schwere und Stauung" einstweilen gelöst. Bei allen. Auch bei der Mannschaft. Denn nach ihrer saisonanfänglichen Verwirrung, in der es durch Ergebnisse und Spielweise zeitweise nach Bedrängnis roch, hat Stefan Emmerling inzwischen Konzeption und Klarheit erkennbar gemacht. Ja, man kann sagen, er hat dem Team inzwischen zu einer gewissen Blüte verholfen. Mit einer kleinen Serie und in der Addition nun jeweils 5 Siegen und 5 Niederlagen bei 2 Remis und einem fast ausgeglichenen Torverhältnis steht nach 12 Spielen somit alles wieder "auf Null". Wir sind einstweilen im sicheren Mittelfeld angelangt mit annähernd dem gleichen Abstand nach oben wie nach unten.

Mir erscheint dabei das Zeichen, welches von der Begegnung ausging so wichtig, dass ich ihm gerne schriftlich heute als Pate dienen möchte. Das Geheimnis des gestrigen Tages bestand für mich nämlich nicht in dieser oder jener Einzelheit, sondern im Zusammenspiel aller Tugenden. Da war eine Mannschaft in der jeder alles gab. Und da war ein Publikum, das sich so mit dem Team verband, das es eine Einheit darstellte. Während des Spiels und lange gemeinsam freudetrunken schwelgend noch lange danach. So wie ich es mir in vielen früheren "Einwürfen" immer gewünscht und erträumt hatte. Damit ist etwas in "Ordnung" gekommen, was den Rot-Weißen Gefühlen eine neue Mitte geben kann. Ein "Wir-Gefühl" ist erkennbar geworden, dem die Dynamos als Mannschaft und Fan-Gruppe zunehmend nur noch schweigend und mutlos, aber fair und friedlich zusehen konnten. Uns dieses Gefühl zu erhalten, auch wenn wir mal wieder einen Rückschlag erleiden, oder uns da oder dort mal schmuckloser als gestern durchpirschen sollten, das wäre mein größter Wunsch !!!

In aller Kürze noch ein paar Anmerkungen zu einzelnen ausgewählten Darbietungen unserer Mannschaft. Wir haben gesehen, dass unser Kader so breit und gleichzeitig qualitativ gleichwertig aufgestellt ist, dass wir sogar die Ausfälle ganzer "Linien" problemlos kompensieren können. Die "neue" Abwehr hat grandios funktioniert. Thomas Ströhl verteidigt geschickt, schießt noch ein Tor ("für meine Eltern") und bereitet den ersten Treffer vor. Jens Möckel harmoniert auf Anhieb mit Tom Bertram, als hätten sie immer zusammengespielt. Tom Bertram darf dabei getrost als (Wieder-)Entdeckung des Spiels schlechthin gesehen werden. Besonnen und abgeklärt, so wie er inzwischen auch abseits des Platzes ist, hat er mit Bravour seine Aufgabe gelöst. Und Fabian Stenzel ? Der beherrschte seine rechte Seite, als habe er nie etwas anderes gemacht. Immerhin eine Zone, in der wieder und wieder der "gefürchtete" Alexander Esswein auftauchte, jedoch alsbald wie eine Sternschnuppe, auch dank "Fabs", dort "verglühte".
Im Mittelfeld krönte Rudi Zedi seine Übersicht und enorme Laufleistung schon früh mit dem 1-0, sich gegen nicht weniger als vier ihn umstehende Dresdner mühelos behauptend. Nils Pfingsten-Reddig entpuppte sich einmal mehr als der "König" der Ballsicherung auf engstem Raum. Wie er daneben in der Lage ist, das Tempo unseres Spiels nach Belieben zu variieren, ist enorm.
"Großes Kino" boten auch wieder unsere Flügel Olivier Caillas und Danso Weidlich. Beide sind mit sichtbaren Gaben und Zeichen ausgestattet, mit denen sie unser Spiel an ihren guten Tagen sehr bereichern. Olivier war wieder der "trickreiche Tüftler" und Danso der "starke Sprinter", nicht umsonst mit stehenden Ovationen bei Dienstende bedacht.
Vorne hat Tino Semmer ein tolles Tor geschossen und Marcel Reichwein für das nachrückende Mittelfeld durch sein Laufpensum wertvolle Schneisen in die gegnerische Abwehr geschlagen.
Schön, dass der ungefährdete Sieg (der erste "zu Null-Erfolg"!) zum Schluss noch Gelegenheit zu einem Schaulaufen bot. Mit drei Auswechslungen in kurzer Folge signalisierte der Trainer allen: Keiner hängt hinten dran. Wir sind alle eine Gruppe!!! Schöne Situation für Stefan Emmerling: Denn nun hat er die (angenehme) Qual der Wahl, kann personell demnächst aus dem "Vollen schöpfen".

Manch einer wird sich angesichts des nunmehr 7. Tabellenplatzes den Fall als möglich denken, wir könnten bald wieder vom Aufstieg träumen. Dem sei erwidert: Es kann nie falsch sein, der Realität die Idee des Ideals entgegen zu setzen. Aber trotz des erquickenden und berauschenden Festes des gestrigen Tages sollten wir mit Augenmaß die kommenden Ereignisse erwarten. Denn es gibt noch viel zu tun. Da wäre z.B. die nächstens zu beantwortende Frage: Warum waren wir bisher auswärts nicht zu annähernden Heldentaten befähigt wie daheim? Die Auswärtstabelle der Liga führt uns inzwischen als schlechteste Mannschaft, als Schlusslicht. Welche Gunsterweisung es für alle Rot-Weißen, vor allem die mitreisenden Anhänger es doch wäre, von der Mannschaft kommendes Wochenende in Saarbrücken einmal mit einem "Dreier" beschenkt zu werden. Dies und ein Heimsieg hernach gegen Sandhausen könnten dann eventuelle Zweifel zerstreuen, dass wir uns noch an freudvollen Momentaufnahmen delektieren, in Wahrheit aber bereits ein Trend begonnen hat. So wie bei der "Zweiten", die nach ihrem heutigen Heimsieg inzwischen zum Spitzenreiter der Oberliga aufgeschlossen hat.
Ist das alles nicht schön und lobenswert? Beginnt gar langsam die Saat der Veränderung im Club aufzugehen ?

Ich wünsche Ihnen eine prima Woche

Ihr
Wilfried Mohren

Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de
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red and white werden ändern die Welt.

"Es gibt keine" (Antwort von Michael Panse-OB-Kandidat der CDU Erfurt- auf die Frage, welche Alternative es zum vorgelegten SPD-Konzept für den Stadionumbau in Erfurt gebe)
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Scotty




Anmeldungsdatum: 08.07.2007
Beiträge: 3076
Wohnort: Erfurt

BeitragVerfasst am: 21.12.2010, 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

21.12.2010 / "Mohrens Einwurf" : Dank an alle ! Mit Optimismus geht es in das kommende Jahr!

Liebe Anhänger des FC Rot-Weiß,

als ich vor 10 Monaten zum FC Rot-Weiß stieß, ahnte ich noch nicht, wie kreativ und lebhaft es in diesem Verein zugeht. Viele Dinge waren unter ganz verschiedenen Blickwinkeln sehr aufschlussreich. Innen, wie auch im Umfeld des Vereins. Heute kann ich sagen, ich bin froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Und ich möchte mich zum Jahresausklang dafür persönlich bei Ihnen bedanken.

Zunächst bei den Fans. Für Ihr treues Haften am FC Rot-Weiß und für die vielen Zuschriften und mündlichen Anregungen, die ich von Ihnen erhalten habe. Von einigen persönlichen Begegnungen war ich nachhaltig so beeindruckt, dass ich u.a. die Intensivierung der "Kommunikation Verein-Fans", über die nun regelmäßigeren "Fragestunden" in den Foren bewusst erweitert habe. Der offene und ehrliche Diskurs unter- und miteinander ist etwas sehr wichtiges.
Dorthin gehört auch der Sinn und die Bedeutung des "Einwurfs".

Erfreut bin ich über die hohe Akzeptanz meiner Kolumne. "Der Einwurf", so einer von vielen ähnlich klingenden Zuschriften an mich, "versucht nicht unsere Ansicht in Schlaf zu singen, sondern trifft sie selbst fast immer im Kern. Bitte schreiben Sie weiter. Es regt vielleicht manchen schon mal auf, aber vor allem regt es an".

Danke für die Ermunterungen. So wie es mir von meiner Zeit und meinen Eindrücken her möglich ist und angezeigt erscheint, werde ich gewiss noch eine Weile weiterschreiben. Immer auch in dem Bewusstsein darum, dass alles letztlich nur der unvollkommene Ausdruck ebenso unvollkommener Wahrnehmungen ist. Es versteht sich dabei "eo ipso", dass ich auch kritische Ansichten zu meiner Kolumne begrüße und achte. Vorausgesetzt sie spiegeln nach Form und Inhalt den Eindruck des Wohlerwogenen. Das ist etwas, was unserer Zeit mit zu allermeist fehlt.

Mit vielen Menschen stand und stehe ich auf dieser Basis in angenehmer Korrespondenz. Auf jene, die sich dagegen gelegentlich an mir und meinen "Einwürfen" in auch persönlich geringschätziger Art abzuarbeiten versuchten, möchte ich nicht weiter vertieft eingehen. Einer solchen Mühe war ich ohnehin zumeist schon da enthoben, wo ein in dieser Weise eifernder Verfasser nicht nur mir alleine mitteilsam werden wollte, sondern seinen Unverstand gleich vor einem größeren Kreis ausbreitete.

Solche Charaktere sagen im Übrigen auch den Gremien wenig zu. Ich möchte mich daher für deren in jeder Hinsicht vorurteilslose, offene Art auch bei Ihnen bedanken. Sie alle wissen, dass ich schon einigen Dingen begegnet bin, deren Erleben jemanden ungleich schneller formt und reifer macht, als andere Menschen in einer vielleicht größeren Anzahl von stilleren Jahren. Durch die Begegnung mit Rolf Rombach, Detlef Goss, Dr. Volker Hagenauer und Dr. Lothar Kaiser, um nur diese zu nennen und andere dabei noch im Sinn zu haben, bin ich um selten wertvolle Bekanntschaften reicher, wenn auch zuvor um ein heute mir immer noch fehlendes Glück ärmer geworden.

Sie alle sind ohne jede Affektation und Selbstgerechtigkeit. In ihrem Wissen darum, dass viele Dinge aus feinerem Stoff gewoben sind, als es vielen Leuten sich erschließt, sind sie außergewöhnlich. Und selbstredend daneben in ihrer Leidenschaft und ihrem Weitblick unverzichtbar für den FC Rot-Weiß.
Ein Segen, wenn der Verein sich noch lange ihrer Unterstützung versichert halten darf.

Das gilt im Übrigen auch für alle Freunde und Gönner des Klubs, denen der Verein sehr, sehr dankbar für ihre Unterstützung ist.

Nun noch ein Wort zu den Mitarbeitern des "Steinhauses", die ich in ihren Funktionen und Persönlichkeiten im Laufe des Jahres wertzuschätzen Gelegenheit hatte. Die Damen und Herren dort leisten -f ü r S i e- äußerst gute Arbeit, in allen Bereichen. Jede(r) ist sehr eifrig und stets mit dem Herzen bei der Sache. Mehr kann man nicht verlangen. Ohne andere zurücksetzen zu wollen, möchte ich Kurt Gaida an dieser Stelle einmal hervorheben. Nicht nur weil er, wie "Sakko" Schröder auch, eine Art liebenswertes Vereinsfaktotum verkörpert, sondern weil er nach meinem Instinkt für etwas sehr Wichtiges "steht". Für unsere Träume ! !

In Kurts Arbeitsbereich, einem Raum der einem Museum gleicht, steht nämlich die Trophäensammlung des Vereins. Die ist ihm, dem Langgedienten, Gegenwart und Andenken zugleich. Er musste es mir gegenüber nie ausdrücklich betonen. Ich denke es ihm abgefühlt zu haben. Mich inspirieren die Geschichten, die er und der Raum zu erzählen wissen, jedesmal wenn ich dort vorbeischaue. Sie inspirieren mich darin auch eine Zukunft zu erblicken! Eine Zukunft für den RWE in einem neuen Stadion und in der 2. Liga. Das wird so kommen, auch wenn es noch Zeit dafür braucht. Ich glaube daran. Tun Sie es auch. Denn ohne Glauben, ohne Träume und Begeisterung, die die Seele mit einer gesunden Wärme erfüllt, wird nie etwas Großes zustande gebracht.

Dank an dieser Stelle besonders auch an die, die ich sozusagen der Träume willen mit meinen Kommentationen umständehalber in diesem Jahr gelegentlich einer kritischen Revue unterziehen, oder auch, was ich zweifelsfrei lieber tat, hätscheln konnte. Einer verriet mir im Oktober: "Ohne den Einwurf im August hätten wir das Ruder nach unserem schwachen Start sicher nicht sogleich rum geworfen. Das wollte ich Ihnen mal sagen".

Mag sein, oder auch nicht. Wichtig ist einzig: Es läuft inzwischen. Gut sogar. Jeder hat seinen Platz gefunden. Und.... alle gescheiten Leute wissen oder ahnen was ich wann und warum schreibe!

Überall sind inzwischen auch weitere Grundlagen für die Entwicklung des Vereins gelegt. In der Formung des Nachwuchsbereichs und auch in der Stadionfrage. Über viele Gespräche des Präsidiums kann man öffentlich noch nichts sagen. Mit Oberbürgermeister Andreas Bausewein sprach ich kürzlich nach dem Rasenheizungswirbel aber selbst. Ich hatte dabei zu jeder Zeit den Eindruck, er tut für den Verein alles was er kann, ist Rot-Weiß sehr gewogen, weiß um die Probleme, will uns helfen. Aber dafür muss alles ineinander passen.

Wie und an welchem Platz es mit wem daneben vereinsintern in der kommenden Saison weitergeht, darüber wird Präsident Rolf Rombach in aller Abgewogenheit befinden. Er hat keinen Grund sich dabei drängen zu lassen. Bei keiner Personalie ! Wichtiger als alle anstehenden Vertragsgespräche ist, dass der Verein auf einem Fundament steht, das "bleibend" ist, unabhängig davon, wer da oder dort fungiert!

Nun möchte ich Ihnen allen frohe und glückliche Feiertage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr wünschen. Ganz besonders auch unseren vielen schon so lange verletzten Spielern, die zäh um ihr Comeback ringen. Kopf hoch Jungs, es wird schon wieder werden!!
Die kommenden Tage sind dabei besonders wichtig für das Gemüt. Nutzen Sie alle die Zeit der ruhigeren Tage auch für eine gewisse Zurückgezogenheit, die zum Gedeihen der Sinne immer förderlich ist.

Eine nebelnde Ideenmenge, ein Gefühl, kreisend um die Frage. "Was will man 2011 erreichen?--, kann sich so auch ungestörter zu einem guten Gedanken, einem wertvollen Wort und schließlich zu einer nützlichen Handlung verdichten. Ein zu intensiver Austausch, in welcher Angelegenheit auch immer, birgt nämlich im Alltag des übrigen Jahres oft die Gefahr manchen Keim zu ersticken. Genießen wir also die Stille!

Frohe Weihnachten Ihnen und Ihren Familien

Ihr Wilfried Mohren

Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de
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Uwe/Hainich




Anmeldungsdatum: 24.07.2009
Beiträge: 599

BeitragVerfasst am: 15.09.2011, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Extra für Majo)))))))))))))))

Zitat:
Nach dem Freudentaumel zu Saisonbeginn, als wir das Derby recht deutlich, aber deshalb nicht unbedingt glanzvoll gewannen, hat der Erfurter Fußballfan in den letzten Wochen vermehrt unzufriedene Anschauungen an das Rot-Weiße Spiel geknüpft. Mangelnde Geschlossenheit und fehlende Konzentration führte auf dem Platz zu schwachem Zweikampfverhalten, teils gravierenden individuellen Schnitzern und taktischem Fehlverhalten.

Besonders die bescheidene Torausbeute machte dabei allen zu schaffen. Am Saum des gegnerischen Strafraums endete in allen Spielen unsere Kraft, verhauchte jede Idee zur Gänze. Die Quelle aller Bemühungen war praktisch schon versiegt, sobald die Kreidestreifen sichtbar wurden. Indizien einer höheren Qualität, die wir trotz der Niederlagen in Babelsberg und Stuttgart, oder auch daheim beim 0-0 gegen Osnabrück noch offenbarten, konnten sich in Aalen nicht einmal mehr ansatzweise kristallisieren.

Vor dem Spiel gegen Darmstadt war daher schon von einer nahenden Krise die Rede. Welch glückliche Fügung, dass diese Gefahr einstweilen abgewendet werden konnte, denn der gestrige Erfolg verschafft Trainer und Mannschaft Zeit zum Nachdenken über die nächsten Schritte. Am kommenden Wochenende ruht nämlich der Ligaspielbetrieb.

Die Mannschaft selbst hatte mit ihrer Form des Räsonierens schon am vergangenen Dienstag - ohne den Trainerstab - begonnen. Da sich, ob der ausbleibenden Erfolge, jüngst auch Zwiespalt und merklicher Hader im Gefüge entwickelt und eingenistet hatten, drängte vor allem der Kapitän auf einen Austausch der Ansichten. Alle hätten sich, so die Meinung von Anwesenden im Nachgang, selbstkritisch hinterfragt. Seither soll auch klar sein, wer künftig Koch und wer Kellner ist.

Was als Resultat dieser Besprechung aber am Samstag geboten wurde, war beileibe nicht immer und zu jeder Zeit "das Gelbe vom Ei". Allerdings gab sich eine umsortierte Mannschaft erkennbar Mühe einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Man spürte zwar noch die Verunsicherung, aber auch die Möglichkeiten, die in dieser Mannschaft schlummern.

Drei Spieler und ihr Auftreten möchte ich gerne etwas näher beleuchten.

Zunächst Marcel Reichwein. Seit seinem unzweifelhaft verdienstvollen Wirken im Derby gegen Jena, war er über fünf Spiele hinweg geradezu unsichtbar für mich geworden. Ein Stürmer, quasi wie im fußballerischen Zölibat. Einer ,der sogar den erbötigsten Möglichkeiten zu entsagen wußte. Dadurch verkümmerte er nicht nur sich selbst, sondern auch den Zuschauern zunehmend den Genuss am Spiel. Seine gleichwohl beständige Nominierung für die Anfangself, ließ auf der Tribüne daher schon die Frage aufkommen, welches Band wohl Spieler und Trainer verbinde, da auf dieser Position kein Wechsel erfolge. Natürlich tat der Junge einem leid, wenn er nach der x-ten vergebenen Chance mit herabhängenden Schultern, fast wie eine der traurigen Figuren des Renaissance-Künstlers Sandro Botticelli wirkend, verloren dastand. Aber in seinem und im Sinne der Mannschaft war ich schließlich auch der Ansicht, es sei bald an der Zeit, ihn für eine schöpferische Pause eine Weile mit der Bank bekannt zu machen. Die offensichtliche Überbürdung mit eigenen und fremden Erwartungen erschien mir doch zuviel für ihn zu sein. Wie gut und erfreulich, dass Marcel am Samstag dann doch noch die Kurve bekam und der kannibalische Blick wieder in seinen Augen glomm. Durch seinen Treffer ermöglichte er uns, den bis dahin überlegenen Gästen Einhalt zu gebieten und überhaupt erst in das Spiel zu finden. Im Letzten brachte er uns dadurch auf die Siegerstrasse. Gut gemacht und weiter so ! Ein Ruhekissen kann dieser Erfolg aber nicht für ihn sein. Die Optionen im Angriff werden nämlich vielfältiger, da neben dem vulkanösen Gaetano Manno demnächst auch wieder Serge Yohua und Fikri El Haj Ali ihre Ansprüche anmelden werden.

Ein anderer Spieler dürfte gestern auch sehr zufrieden mit sich und der Welt gewesen sein. Denn Olivier Caillas war unfreiwillig ein Teil unserer jüngsten Problematik. Er ist nämlich von seiner ganzen Anlage und ausdrücklichen Körpersprache her kein Verteidiger, schon weil er zuweilen einen genialen Leichtsinn zur Schau trägt. Gleichwohl musste er sich seit dem Platzverweis von Thomas Ströhl in Potsdam, hinten links aufhalten und wurde an dieses Joch auch nach Ablauf der Spielsperre für Ströhl gebunden. Olivier, ein Darstellungsvirtuose, den es beständig drängt bis ins Kleinste und Feinste mimisch zu sein und dem seine Vollkommenheit in diesem Laster inzwischen sogar eine Art zweifelhafte Duldung eingetragen hat, braucht aber den Freiraum, die ganze Linie abzustreifen. Vor allem braucht er offensive, gestaltende Entfaltungsmöglichkeit. An guten Tagen, wenn er nicht wieder zu sehr von einem gelegentlich aufflammenden späten Knabentrotz bemächtigt wird, entströmt dabei oft sehenswerte Ballkunst seinen Beinen, die in Form guter Flanken und exakter Freistöße auch Marcel Reichwein abhanden gekommen waren. Gestern blühte er in seiner angestammten Funktion wieder auf und krönte sein (offensives) Spiel mit dem entscheidenden Tor.

Möglich geworden war dieser Treffer aber erst durch eine famose Sololeistung von Smail Morabit, den ich auch noch kurz beleuchten möchte. Smail ist ein alerter und fideler Junge, der großes Potential besitzt. Im Angriff scheint dies noch mehr zum Tragen zu kommen, als im linken Mittelfeld. Feurig im Wesen, hatte er zuletzt noch zu sehr versucht eine Spielsituation alleine und nur durch sein Temperament zu lösen. Es fehlte ihm an Übersicht. Auch gestern war er noch nicht sogleich im Spiel, steigerte sich dann aber enorm. Am Ende gehörte er zu den Besten, nicht zuletzt wegen der Vorbereitung des Tores von Caillas. Diesmal mit viel Übersicht, nachdem er zuvor die ganze Darmstädter Abwehr alleine beschäftigt hatte!

Man könnte jetzt so weiter machen, etwa auch trefflich ausschmücken, was wir in Markus Rickert offenbar für einen tollen Keeper haben, oder wie wertvoll Rudi Zedi und noch eine Reihe anderer Spieler im Räderwerk sind oder noch werden können. Aber darüber und über personelle und systematische Problemfelder will ich mich gerne ein anderes Mal auslassen, wenn die Erkenntnisse aus einer fortgeschrittenen Saison runder und reichhaltiger geworden sind. Ich bin jetzt, wie Sie auch, zunächst froh, dass wir gewonnen haben und der Sinkflug von Platz 1 nach dem 1.Spieltag, auf Rang 14 nach dem 6. Spieltag gestoppt ist. Mit dem 10 Platz und Blickkontakt nach oben, können wir, vor der ersten Punktspielpause der Saison, wieder deutlich besser leben.

Ohne Verständnis bin ich in Bezug auf den zurückliegenden Samstag in zwei Punkten:

Wenn wir zunächst bei dem Geschehen auf dem Rasen bleiben, so haben mir die Tätlichkeiten von Joan Oumari und Domink Drexler, die dem Schiedsrichter entgangen sind, überhaupt nicht gefallen. Einem am Boden liegenden Gegner auf den Unterschenkel zu steigen, oder ihm den Ellenbogen in das Gesicht zu rammen, ist absolut nicht akzeptierbar. Ich hoffe nicht, dass die sportliche Leitung, nur weil der Schiedsrichter es zufällig nicht gesehen hat, die Vorfälle unter den Tisch kehrt. Gerade bei diesen beiden Jungs bin ich übrigens besonders überrascht, da sie eigentlich einen feinen Charakter haben. Wer solche Rohheit auf dem Feld anbietet, muß sich nicht wundern, wenn auch auf den Rängen die Hemmschwelle für anständiges Benehmen sinkt. Womit ich mich - leider notwendig - den Vorfällen "am Rande" auch noch kurz zuwenden möchte.

Mehr als 50 Personen, darunter auch Polizisten und Sicherheitspersonal sind während des Spiels bei Ausschreitungen hinter dem Marathontor zu Schaden gekommen. Unsere Vereinsführung ist darüber entsetzt. Auch wenn der Ausgangspunkt der Handlungen aus dem Gästefanblock gekommen sein soll, so wirft dies kein gutes Licht auf den Fußball und im Letzten auch nicht auf unseren Verein. Denn die bundesweiten Schlagzeilen lauten "Randale in Erfurt".

Schon vor wenigen Tagen waren wir in Sondershausen durch das Auftreten einiger "sog." Fußballanhänger in die Schlagzeilen geraten.

Wir wollen stimmungsvollen, aber gewaltfreien Fußball in Erfurt. Wir wollen, dass die Leute positiv über den FC Rot-Weiß reden, sogar stolz auf ihn sein können. Wir wollen, dass ein Besuch unserer Spiele für j e d e n Besucher ohne Sorge um seine körperliche Unversehrtheit stattfinden kann.

Präsident Rombach hat wegen der Vorfälle schnell reagiert, will alle Akten zu dem gestrigen Vorfall sehen und hat für Dienstag eine Pressekonferenz anberaumt. Auch Darmstadts Präsidium hat inzwischen um ein Telefonat gebeten. Den Gästeverantwortlichen ist der Vorfall nämlich auch unangenehm, weil Darmstadt 98 ein ordentlicher, gut geführter Verein ist, der Gewalt ebenso ablehnt wie wir.



Ihnen eine gute Woche

Ihr

Wilfried Mohren
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Beiträge: 1483
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BeitragVerfasst am: 15.09.2011, 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Danke! top

Schon mutig, wenn der Pressesprecher derartig Spieler und ihre Leistungen diskutiert und gleichzeitig auch die Aufstellung des Trainers hinterfragt.
_________________
Stau ist nur hinten scheiße - vorne gehts.
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Keine neuen Beiträge Kommentare zum "Einwurf" vo... derDude Erste Mannschaft 26 13.09.2010, 17:29

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